Die Oboe

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Die Oboe in „C“ (französisch hautbois: hohes oder lautes Holz) zählt zur Holzbläsergruppe.

Es stellt in der Oboenfamilie die Sopranlage dar und ist in "C" gestimmt. Der Korpus des Instruments ist meist aus schwarzem Ebenholz gefertigt. Dieser besteht aus einer dreiteiligen Röhre, hat eine enge konische Bohrung und einen komplizierten Griffloch- und Klappenmechanismus, der sich aus bis zu 23 Klappen zusammensetzt.
Das Mundstück der Oboe ist ein schnabelförmig zugeschnittenes Doppelrohrblatt, durch das die Oboisten mit hohem Druck Luft pressen. Durch den Atem werden die mehrere Jahre lang getrockneten Rohrblätter in Schwingung versetzt, wodurch ein obertonreicher, durchdringender Klang entsteht. Der Tonumfang der modernen Oboe beträgt zweieinhalb Oktaven.

Die Oboe wurde aus dem so genannten Diskantpommer entwickelt, seinerseits eine Weiterentwicklung der mittelalterlichen Schalmei. Die ersten Oboen wurden im 17. Jahrhundert in Frankreich von Jean Hotteterre und Michel Danican Philidor gebaut. Das Instrument wurde zunächst erfolgreich am Hofe Ludwigs XIV. eingesetzt und verbreitete sich dann schnell innerhalb ganz Europas. Um 1700 war es in den meisten Orchestern anzutreffen. 1700 stellte der französische Oboist Jean-Pierre Freillon die erste Methode zum Spielen des Instruments vor: „La véritable manière d'apprendre à jouer en perfection du hautbois“.

Die ersten Oboen hatten sieben Grifflöcher und zwei Klappen, es waren jedoch auch Instrumente mit vier Klappen in Gebrauch. Um 1800 wurde die Zahl der Klappen bis auf 15 oder mehr erhöht.

Im deutschsprachigen Raum wurde in den frühen 30er-Jahren des 19. Jahrhunderts das deutsche Klappensystem von J. Sellner eingeführt. Es zeichnete sich durch einen weicheren Klang aus. In der zweiten Hälfte des 19.Jahrunderts entwickelte der Franzose Triebert ein kleineres, im Ton etwas schärferes Instrument. Trieberts Instrumente mit französischem System hatten eine sehr enge Bohrung und einen schärferen Klang. Da die Stimmung der Oboe sich kaum mit der Temperatur verändert, gibt die Oboe beim Stimmen des Orchesters den Kammerton an. Die Oboe ist auch ein wichtiges Soloinstrument in vielen Orchesterwerken.

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Die Oboe d'amore in „A“ (hautbois d'amour/ Liebesoboe) ist das Altinstrument in der Oboenfamilie.

Es stellt in der Oboenfamilie die Altlage dar und ist in „A“ gestimmt. Es wurde um 1720 entwickelt und ebenfalls bereits von J.S.Bach in seinen Werken benutzt. Sie ist in „A“ gestimmt, also eine kleine Terz tiefer als die Oboe. Ihre Tonfarbe ist weicher als die der Oboe, aber nicht so weich wie die des Englischhorns. Ihr birnenförmiges Schallstück heißt Liebesfuß. Sie wurde hauptsächlich im Barock, besonders gerne von Johann Sebastian Bach und Georg Philipp Telemann verwendet. Ihr Einsatz im modernen Sinfonieorchester kommt vor, ist aber vergleichsweise selten (z.B. in der Sinfonia domestica von Richard Strauss oder in Ravels Bolero). Die Oboe d'amore repräsentierte seit dem frühen 18. Jahrhundert die Altlage, während die eigentliche Oboe die Sopranlage repräsentiert. Die Tenorlage wurde durch die Oboe da caccia (Taille de Hautbois) vertreten, die zum Englischhorn weiterentwickelt wurde.

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Das Englischhorn in „F“ (französisch: Cor anglais, italienisch: Corno inglese) ist größer als die Oboe und eine Quint tiefer in „F“ gestimmt.

Es stellt in der Oboenfamilie die Tenorlage dar und ist in "F" gestimmt. Das Englischhorn ist wahrscheinlich eine Weiterentwicklung der von Johann Sebastian Bach verwendeten 'Oboe da caccia' (Jagdoboe). Es hat einen birnenförmigen Schallbecher (auch Liebesfuß genannt) und ist im Klang dunkler und elegischer als die Oboe oder Oboe d'amore. Der Name des ENGLISCH-HORN hat aber nichts mit England zu tun! Wahrscheinlichster Ursprung des Namens ist die französische Bezeichnung Cor anglé (abgewinkeltes Horn), die sich zu Cor anglais (Engelisches Horn) gewandelt hat. Denkbar ist auch, dass sich der Name aus (Engels-Horn) entwickelte. Es hat im Laufe der Zeit seinen ursprünglichen Namen (EnGelisch) zu (Englisch) verloren und ist bis heute so geblieben.

DIE GESCHICHTE DER OBOE

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Die ersten Anfänge der Oboe gehen 5000 Jahre zurück, als erste oboenähnliche Instrumente erklangen. Manchmal ist unklar, welche die tatsächlichen Vorfahren heutiger Instrumente sind. Fest steht, dass die Menschen immer musiziert haben und die Oboe und ihre Vorgänger dabei einen festen Platz einnahmen. Heute ist die Oboe überall vertreten.

Die Antike

Schon während der Antike gab es oboenähnliche Instrumente wie den griechischen Aulos oder die römischeTibia. In der Bibel wird ein oboenartiges Instrument namens Chalil erwähnt, das im Tempel eingesetztwurde.Schon im Altertum waren Blasinstrumente mit Doppelrohrblatt bekannt. Die frühesten ikonografischen Darstellungen solcher Instrumente stammen aus Mesopotamien um 3000 v. Chr. Doppelrohrblattinstrumente entwickelten sich bei den Griechen und Räumern zu den angesehensten aller Instrumente. Das Spielen von Aulos und Tibia war mit sozialem Rang verbunden. Die Musiker erfreuten sich großer Beliebtheit, genossen Privilegien und spielten zu den unterschiedlichsten Gelegenheiten.

Das Mittelalter

Von der Antike bis zum späten Mittelalter kann man in Westeuropa keine nennenswerten Entwicklungen der Oboe verfolgen. Nach dem Verfall des Römischen Reichs wurde die Oboenfamilie überlebt durch Gruppen wandernder Musikanten, Zünfte, Mistrels und Troubadouren. Zurzeit der arabischen Besetzung Persiens vermischten sich die zwei Kulturen, und so entstand damals die Arabische Oboe Surna und Zamr, die Persisches Ursprungs war. Die Kreuzfahrer brachten sie nach Europa.

Schalmei

Der Ursprung der modernen Oboe ist bis heute unklar. Handelt es sich bei der Oboe um eine Weiterentwicklung der antiken Vorgänger? Oder ging das Instrument im Laufe der ausgehenden Antike verloren und fand später über Asien seinen Weg zurück nach Europa?
Der Name Schalmei stand jedoch nicht für ein einzelnes Instrument, sondern für einen ganzen Typus von Instrumenten.
Schalmeien waren sehr verbreitet und gehörten zum Standardinstrumentarium.

Zurna

Als naher Verwandter oder sogar als direkter Vorläufer der Schalmei gilt die Zurna. Die Zurna stammt von den antiken Vorgängern Aulos und Tibia ab und hat sich im Verlaufe der Jahrhunderte erstaunlich wenig verändert. Die Zurna ist das Älteste bekannte Instrument der Schalmeienfamilie. Sie wird noch heute im gesamten Orient gespielt.

Das 17. Jahrhundert

Im 17. Jahrhundert bis zum Jahr 1660 waren schalmeiartige Instrumente meist in Gebrauch. In Frankreich hat der König Ludwig der XIV eine immense Rolle bei der Oboenentwicklung gespielt. Er hat seinen beliebten Hofkomponisten Jean-Baptist Lully beauftragt, einige Musketiere Märsche mit Oboen zu komponieren. Da die Schalmei und Mussets Instrumente in der Zeit viele technischen und tonalen Schwächen hatten, hat Jean-Batiste Lully den Jean de Hotteterre, Mussettenspieler und Instrumentenbauer beauftragt, diese Schwächen zu verbessern. So hat es der experimentierfreudige Jean de Hotteterre zum erstem mal gewagt, die Schalmei-Oboe, die bislang aus einem Stück Holz gebaut worden ist, in drei Teile zu scheiden. So ist die Barock-Oboe entstanden, die mit sieben Grifflöchern und zwei Klappen ausgestattet war.  Nach dem erstmaligen Einsatz unter Jean-Baptiste Lully am Hofe Königs Ludwigs XIV von Frankreich wurde die Barock-Oboe in ganz Europa verbreitet. Besonders in Frankreich hatte die Oboe eine sagenhafte Blütezeit. Die Musiker wurden wie Stars behandelt, reisten durch Europa, traten außerhalb von Frankreich in Orchestern auf und verdienten sehr gut.

Das 18. Jahrhundert

Wie die meisten Blasinstrumente des 18.Jahrhunderts hatte die Oboe als Instrument weiterhin viele Schwächen. Das Streben nach einem besseren Instrument hat in Zentraleuropa die Oboisten und Instrumentenbauer zum ständigen Experimentieren und zur Weiterentwicklung geführt. Meistens hat sich die Oboenklangfarbe durch die engere Bohrung und den schmaleren Rohrbau verändert. Der Tonumfang wurde nach oben erweitert, so dass bald die verschiedenen Oboenschulen entstanden und zwar mit unterschiedlichsten Vorstellungen vom perfekten Klang. Die französische und die deutsche Schule wichen dabei erheblich voneinander ab.

Das 19. Jahrhundert

In 19.Jahrhundert erlebte die Oboe ihre entschiedenste Veränderung durch dem Franzosen (1813-1878), der durch eine neue mechanische Konstruktion und engere Bohrung ein neues System entwickelt hat, was bis heute gebraucht wird. Dieses System hat sich in Frankreich am Pariser Konservatorium durchgesetzt und ist bis heute bekannt als "Französisches Konservatorium-System". Auch in Deutschland hat Theobald Böhm einen Meilenstein in der Entwicklung der Deutschenoboen gelegt mit einer komplett neuen Konstruktion, einer weiteren Bohrung und ein anderes Griffsystem als die Konservatoriumoboen. Diese Entwicklungen führten dazu, dass zwei Richtungen entstanden, die französische und die deutsche Bauweise. Die Deutschen blieben bis ins 20. Jahrhundert ihrem Modell treu, obwohl sich in der restlichen Welt die französische Oboe durchgesetzt hat. 

Heute spielt man in Deutschland überall meistens die Französischen Konservatoriumsmodelle.

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Die Oboe in „C“ (französisch hautbois: hohes oder lautes Holz) zählt zur Holzbläsergruppe. Es stellt in der Oboenfamilie die Sopranlage dar und ist in... mehr erfahren »
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Die Oboe

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Die Oboe in „C“ (französisch hautbois: hohes oder lautes Holz) zählt zur Holzbläsergruppe.

Es stellt in der Oboenfamilie die Sopranlage dar und ist in "C" gestimmt. Der Korpus des Instruments ist meist aus schwarzem Ebenholz gefertigt. Dieser besteht aus einer dreiteiligen Röhre, hat eine enge konische Bohrung und einen komplizierten Griffloch- und Klappenmechanismus, der sich aus bis zu 23 Klappen zusammensetzt.
Das Mundstück der Oboe ist ein schnabelförmig zugeschnittenes Doppelrohrblatt, durch das die Oboisten mit hohem Druck Luft pressen. Durch den Atem werden die mehrere Jahre lang getrockneten Rohrblätter in Schwingung versetzt, wodurch ein obertonreicher, durchdringender Klang entsteht. Der Tonumfang der modernen Oboe beträgt zweieinhalb Oktaven.

Die Oboe wurde aus dem so genannten Diskantpommer entwickelt, seinerseits eine Weiterentwicklung der mittelalterlichen Schalmei. Die ersten Oboen wurden im 17. Jahrhundert in Frankreich von Jean Hotteterre und Michel Danican Philidor gebaut. Das Instrument wurde zunächst erfolgreich am Hofe Ludwigs XIV. eingesetzt und verbreitete sich dann schnell innerhalb ganz Europas. Um 1700 war es in den meisten Orchestern anzutreffen. 1700 stellte der französische Oboist Jean-Pierre Freillon die erste Methode zum Spielen des Instruments vor: „La véritable manière d'apprendre à jouer en perfection du hautbois“.

Die ersten Oboen hatten sieben Grifflöcher und zwei Klappen, es waren jedoch auch Instrumente mit vier Klappen in Gebrauch. Um 1800 wurde die Zahl der Klappen bis auf 15 oder mehr erhöht.

Im deutschsprachigen Raum wurde in den frühen 30er-Jahren des 19. Jahrhunderts das deutsche Klappensystem von J. Sellner eingeführt. Es zeichnete sich durch einen weicheren Klang aus. In der zweiten Hälfte des 19.Jahrunderts entwickelte der Franzose Triebert ein kleineres, im Ton etwas schärferes Instrument. Trieberts Instrumente mit französischem System hatten eine sehr enge Bohrung und einen schärferen Klang. Da die Stimmung der Oboe sich kaum mit der Temperatur verändert, gibt die Oboe beim Stimmen des Orchesters den Kammerton an. Die Oboe ist auch ein wichtiges Soloinstrument in vielen Orchesterwerken.

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Die Oboe d'amore in „A“ (hautbois d'amour/ Liebesoboe) ist das Altinstrument in der Oboenfamilie.

Es stellt in der Oboenfamilie die Altlage dar und ist in „A“ gestimmt. Es wurde um 1720 entwickelt und ebenfalls bereits von J.S.Bach in seinen Werken benutzt. Sie ist in „A“ gestimmt, also eine kleine Terz tiefer als die Oboe. Ihre Tonfarbe ist weicher als die der Oboe, aber nicht so weich wie die des Englischhorns. Ihr birnenförmiges Schallstück heißt Liebesfuß. Sie wurde hauptsächlich im Barock, besonders gerne von Johann Sebastian Bach und Georg Philipp Telemann verwendet. Ihr Einsatz im modernen Sinfonieorchester kommt vor, ist aber vergleichsweise selten (z.B. in der Sinfonia domestica von Richard Strauss oder in Ravels Bolero). Die Oboe d'amore repräsentierte seit dem frühen 18. Jahrhundert die Altlage, während die eigentliche Oboe die Sopranlage repräsentiert. Die Tenorlage wurde durch die Oboe da caccia (Taille de Hautbois) vertreten, die zum Englischhorn weiterentwickelt wurde.

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Das Englischhorn in „F“ (französisch: Cor anglais, italienisch: Corno inglese) ist größer als die Oboe und eine Quint tiefer in „F“ gestimmt.

Es stellt in der Oboenfamilie die Tenorlage dar und ist in "F" gestimmt. Das Englischhorn ist wahrscheinlich eine Weiterentwicklung der von Johann Sebastian Bach verwendeten 'Oboe da caccia' (Jagdoboe). Es hat einen birnenförmigen Schallbecher (auch Liebesfuß genannt) und ist im Klang dunkler und elegischer als die Oboe oder Oboe d'amore. Der Name des ENGLISCH-HORN hat aber nichts mit England zu tun! Wahrscheinlichster Ursprung des Namens ist die französische Bezeichnung Cor anglé (abgewinkeltes Horn), die sich zu Cor anglais (Engelisches Horn) gewandelt hat. Denkbar ist auch, dass sich der Name aus (Engels-Horn) entwickelte. Es hat im Laufe der Zeit seinen ursprünglichen Namen (EnGelisch) zu (Englisch) verloren und ist bis heute so geblieben.

DIE GESCHICHTE DER OBOE

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Die ersten Anfänge der Oboe gehen 5000 Jahre zurück, als erste oboenähnliche Instrumente erklangen. Manchmal ist unklar, welche die tatsächlichen Vorfahren heutiger Instrumente sind. Fest steht, dass die Menschen immer musiziert haben und die Oboe und ihre Vorgänger dabei einen festen Platz einnahmen. Heute ist die Oboe überall vertreten.

Die Antike

Schon während der Antike gab es oboenähnliche Instrumente wie den griechischen Aulos oder die römischeTibia. In der Bibel wird ein oboenartiges Instrument namens Chalil erwähnt, das im Tempel eingesetztwurde.Schon im Altertum waren Blasinstrumente mit Doppelrohrblatt bekannt. Die frühesten ikonografischen Darstellungen solcher Instrumente stammen aus Mesopotamien um 3000 v. Chr. Doppelrohrblattinstrumente entwickelten sich bei den Griechen und Räumern zu den angesehensten aller Instrumente. Das Spielen von Aulos und Tibia war mit sozialem Rang verbunden. Die Musiker erfreuten sich großer Beliebtheit, genossen Privilegien und spielten zu den unterschiedlichsten Gelegenheiten.

Das Mittelalter

Von der Antike bis zum späten Mittelalter kann man in Westeuropa keine nennenswerten Entwicklungen der Oboe verfolgen. Nach dem Verfall des Römischen Reichs wurde die Oboenfamilie überlebt durch Gruppen wandernder Musikanten, Zünfte, Mistrels und Troubadouren. Zurzeit der arabischen Besetzung Persiens vermischten sich die zwei Kulturen, und so entstand damals die Arabische Oboe Surna und Zamr, die Persisches Ursprungs war. Die Kreuzfahrer brachten sie nach Europa.

Schalmei

Der Ursprung der modernen Oboe ist bis heute unklar. Handelt es sich bei der Oboe um eine Weiterentwicklung der antiken Vorgänger? Oder ging das Instrument im Laufe der ausgehenden Antike verloren und fand später über Asien seinen Weg zurück nach Europa?
Der Name Schalmei stand jedoch nicht für ein einzelnes Instrument, sondern für einen ganzen Typus von Instrumenten.
Schalmeien waren sehr verbreitet und gehörten zum Standardinstrumentarium.

Zurna

Als naher Verwandter oder sogar als direkter Vorläufer der Schalmei gilt die Zurna. Die Zurna stammt von den antiken Vorgängern Aulos und Tibia ab und hat sich im Verlaufe der Jahrhunderte erstaunlich wenig verändert. Die Zurna ist das Älteste bekannte Instrument der Schalmeienfamilie. Sie wird noch heute im gesamten Orient gespielt.

Das 17. Jahrhundert

Im 17. Jahrhundert bis zum Jahr 1660 waren schalmeiartige Instrumente meist in Gebrauch. In Frankreich hat der König Ludwig der XIV eine immense Rolle bei der Oboenentwicklung gespielt. Er hat seinen beliebten Hofkomponisten Jean-Baptist Lully beauftragt, einige Musketiere Märsche mit Oboen zu komponieren. Da die Schalmei und Mussets Instrumente in der Zeit viele technischen und tonalen Schwächen hatten, hat Jean-Batiste Lully den Jean de Hotteterre, Mussettenspieler und Instrumentenbauer beauftragt, diese Schwächen zu verbessern. So hat es der experimentierfreudige Jean de Hotteterre zum erstem mal gewagt, die Schalmei-Oboe, die bislang aus einem Stück Holz gebaut worden ist, in drei Teile zu scheiden. So ist die Barock-Oboe entstanden, die mit sieben Grifflöchern und zwei Klappen ausgestattet war.  Nach dem erstmaligen Einsatz unter Jean-Baptiste Lully am Hofe Königs Ludwigs XIV von Frankreich wurde die Barock-Oboe in ganz Europa verbreitet. Besonders in Frankreich hatte die Oboe eine sagenhafte Blütezeit. Die Musiker wurden wie Stars behandelt, reisten durch Europa, traten außerhalb von Frankreich in Orchestern auf und verdienten sehr gut.

Das 18. Jahrhundert

Wie die meisten Blasinstrumente des 18.Jahrhunderts hatte die Oboe als Instrument weiterhin viele Schwächen. Das Streben nach einem besseren Instrument hat in Zentraleuropa die Oboisten und Instrumentenbauer zum ständigen Experimentieren und zur Weiterentwicklung geführt. Meistens hat sich die Oboenklangfarbe durch die engere Bohrung und den schmaleren Rohrbau verändert. Der Tonumfang wurde nach oben erweitert, so dass bald die verschiedenen Oboenschulen entstanden und zwar mit unterschiedlichsten Vorstellungen vom perfekten Klang. Die französische und die deutsche Schule wichen dabei erheblich voneinander ab.

Das 19. Jahrhundert

In 19.Jahrhundert erlebte die Oboe ihre entschiedenste Veränderung durch dem Franzosen (1813-1878), der durch eine neue mechanische Konstruktion und engere Bohrung ein neues System entwickelt hat, was bis heute gebraucht wird. Dieses System hat sich in Frankreich am Pariser Konservatorium durchgesetzt und ist bis heute bekannt als "Französisches Konservatorium-System". Auch in Deutschland hat Theobald Böhm einen Meilenstein in der Entwicklung der Deutschenoboen gelegt mit einer komplett neuen Konstruktion, einer weiteren Bohrung und ein anderes Griffsystem als die Konservatoriumoboen. Diese Entwicklungen führten dazu, dass zwei Richtungen entstanden, die französische und die deutsche Bauweise. Die Deutschen blieben bis ins 20. Jahrhundert ihrem Modell treu, obwohl sich in der restlichen Welt die französische Oboe durchgesetzt hat. 

Heute spielt man in Deutschland überall meistens die Französischen Konservatoriumsmodelle.

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