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Das Englisch Horn (französisch: Cor anglais, italienisch: Corno inglese) ist größer als die Oboe und eine Quint tiefer in f gestimmt. Es stellt in der Oboenfamilie die Tenorlage dar. Das Englischhorn ist wahrscheinlich eine Weiterentwicklung der von Johann Sebastian Bach verwendeten 'Oboe da caccia' (Jagdoboe). Es hat einen birnenförmigen Schallbecher (auch Liebesfuß genannt) und ist im Klang dunkler und elegischer als die Oboe oder Oboe d'amore. Der Name des ENGLISCH-HORN hat aber nichts mit England zu tun! Wahrscheinlichster Ursprung des Namens ist die französische Bezeichnung cor anglé (abgewinkeltes Horn), die sich zu cor anglais ("englisches Horn") gewandelt hat. Denkbar ist auch, das sich der Name aus "Engels-Horn" entwickelte. Es hat im Laufe der Zeit seinen ursprünglichen Namen „EnGelisch“ zu „Englisch“ verloren und ist bis heute so geblieben.

Die Oboe (französisch hautbois: hohes oder lautes Holz) zählt zur Holzbläsergruppe.

Der Korpus des Instruments ist meist aus schwarzem Ebenholz gefertigt. Dieser besteht aus einer dreiteiligen Röhre, hat eine enge konischer Bohrung und einen komplizierten Griffloch- und Klappenmechanismus, der sich aus bis zu 23 Klappen zusammensetzt.

Das Mundstück der Oboe ist ein schnabelförmig zugeschnittenes Doppelrohrblatt, durch das die Oboisten mit hohem Druck Luft presst. Durch den Atem werden die mehrere Jahre lang getrockneten Rohrblätter in Schwingung versetzt, wodurch ein obertonreicher, durchdringender Klang entsteht. Der Tonumfang der modernen Oboe beträgt zweieinhalb Oktaven.

Die Oboe wurde aus dem so genannten Diskantpommer entwickelt, seinerseits eine Weiterentwicklung der mittelalterlichen Schalmei. Die ersten Oboen wurden im 17. Jahrhundert in Frankreich von Jean Hotteterre und Michel Danican Philidor gebaut.

Das Instrument wurde zunächst erfolgreich am Hofe Ludwig XIV. eingesetzt und verbreitete sich dann schnell innerhalb ganz Europas. Um 1700 war es in den meisten Orchestern anzutreffen. 1700 stellte der französische Oboist Jean-Pierre Freillon die erste Methode zum Spielen des Instruments vor: 'Véritable manière d'apprendre à jouer du hautbois'.

Die ersten Oboen hatten sieben Grifflöcher und zwei Klappen, es waren jedoch auch Instrumente mit vier Klappen in Gebrauch. Um 1800 wurde die Zahl der Klappen bis auf 15 oder mehr erhöht.

In deutschsprachigen Raum wurde in den frühen 30er-Jahren des 19. Jahrhunderts das 'deutsche Klappensystem' von J. Sellner eingeführt. Es zeichnete sich durch einen weicheren Klang aus. In der zweiten Hälfte des 19.Jahrunderts entwickelte der Franzose Triébert ein kleineres, im Ton etwas schärferes Instrument. Triéberts Instrumente mit 'französischem System' hatten eine sehr enge Bohrung und einen schärferen Klang.

Da die Stimmung der Oboe sich kaum mit der Temperatur verändert, gibt die Oboe beim Stimmen des Orchesters den Kammerton an. Die Oboe ist auch ein wichtiges Soloinstrument in vielen Orchesterwerken.

Englisch Horn

Oboe

Die Geschichte der Oboe , Oboe d'amore

 und Englisch Horn

Oboenwelt

Die Oboe d'amore (hautbois d'amour/Liebesoboe) ist das Altinstrument in der Oboenfamilie. Es wurde um 1720 entwickelt und ebenfalls bereits von J. S. Bach in seinen Kompositionen benutzt. Sie ist in a gestimmt, also eine kleine Terz tiefer als die Oboe. Ihre Tonfarbe ist weicher als die der Oboe, aber nicht so weich wie die des Englisch Horns. Ihr birnenförmiges Schallstück heißt Liebesfuß. Sie wurde hauptsächlich im Barock, besonders gerne von Johann Sebastian Bach und Georg Philipp Telemann verwendet. Ihr Einsatz im modernen Sinfonieorchester kommt vor, ist aber vergleichsweise selten (z.B. in der Sinfonia domestica von Richard Strauss oder in Ravels Bolero).

Die Oboe d'amore repräsentierte seit dem frühen 18. Jahrhundert die Altlage, während die eigentliche Oboe die Sopranlage repräsentiert. Die Tenorlage wurde durch die Oboe da caccia (Taille de Hautbois) vertreten, die zum Englisch Horn weiterentwickelt wurde.

Oboe d'amore